St. Patrick’s Day in Dunedin

Und erstmal ein miauisches Willkommen!

 

Wie schon im letzten Beitrag erwähnt, fuhr ich am 16. März nach Dunedin! Ich freute mich riesig darauf, da es an diesem Wochenende noch etwas sehr Spezielles gegeben hatte! Aber alles der Reihe nach:

Zuerst musste ich nach Dunedin kommen und wie gewohnt reiste ich mit dem Intercity. Ich machte es mir im Sitz gemütlich, sah nach draussen und hörte Musik, oder las im Buch, welches ich mir an meinem letzten Tag in Te Anau gekauft hatte. Lustigerweise war der Autor davon aus Australien, also nur ein Land daneben! In Neuseeland war es schon bemerkenswert kühler geworden, da der Herbst jetzt in dem wunderschönen Land Einzug hatte. Es war öfters schon mal bewölkt oder es tröpfelte. Deshalb war es immer gut, einen Regenschutz bei sich zu haben. Aber am heutigen Tag zeigte sich das Wetter von seiner schönsten Seite. Trotzdem hinderte es mich nicht daran, im Bus ab und zu einzunicken.

Ich stieg schon am Morgen in den Bus und würde erst, nach einer schönen Fahrt, am Nachmittag wieder aussteigen.

Als wir in Dunedin ankamen, war der Nachmittag schon ziemlich fortgeschritten. Ich musste nach meinem Hostel Ausschau halten. Während der Fahrt lernte ich eine Schweizerin kennen, so blieben wir zusammen und liefen zum Informationscenter. Zunächst mussten wir aber die 15min. ins Stadtzentrum laufen. Zur Entschädigung sahen wir etwas von der Stadt, was auch nicht schlecht war. Es gab sogar einen schottischen Laden! Klar, die Stadt selber kommt aus dem schottisch-gällischen Wort «Dùn Èideann», was «Festung am Hügelhang» bedeutet. Und das fand ich klasse und lustig. Ich mag Schottland, ein sehr schönes Land.

Im Informationscenter fand ich die Adresse meines Hostels, also gab ich das im maps.me ein und ging los. Lief ganz schön rum, bis ich es endlich fand. Während diesem eher unfreiwilligen Spaziergang kam ich bei einem Süssigkeiten Laden vorbei, das «Ganny Annie’s Sweet Shop» hiess. Dort fand ich, sehr zu meiner Begeisterung, mein schottisches Lieblingssüssgetränk, den «Irn Bru». Auch andere tolle Süssigkeiten waren dort zu finden. Eine Adresse, die ich unbedingt wieder aufsuchen musste! Unbedingt!!!

Und endlich fand ich mein Hostel. Wenn ihr euch mein Hostel als ein Haus vorstellt, weit gefehlt! Mein Hostel war ein Hostel im oberen Stockwerk eines Gebäudes! Ohne das Schild, das mir den Weg zur Treppe wies, wäre ich wohl mehrmals neben dem Hostel vorbeigelaufen. Na, ich hätte lange suchen können. Beim Einchecken fragte mich der freundliche Angestellte, ob ich noch ein paar Nächte länger bleiben wollte, da andere Kunden ihre Reservierung zurückgezogen haben. Glück im Unglück! Oder eben nicht: Ich hatte schon zwei Nächte bei einem B & B gebucht! So ein Pech, aber ich merkte es mir.

Nach dem Einchecken ging ich ein bisschen durch das Stadtviertel, in dem ich nun mein Hostel hatte. Es war eine hübsche Gegend, mit vielen Restaurants und kleineren Läden. Sogar die Post war ganz in der Nähe, was praktisch ist, da ich gerne Sachen, die unnötig Platz im Gepäck verbrauchen, nach Hause schicke. Und natürlich besuchte ich auch noch den Süssigkeiten Laden, den ich gesehen hatte. Danach wusste ich aber nichts mehr, was ich sonst noch sehen konnte, als ich bei einem kleinen Kino vorbeikam. Interessiert, las ich das Programm, aber die meisten Filme sprachen mich nicht an, bis auf eines: „A street cat called Bob“. Im Deutsch heisst dieser: «Ein Streuner namens Bob».

Katzen sind nicht gerade meine absoluten Lieblingstiere, aber ich beschloss, ihn mir anzusehen. So holte ich mir ein Ticket und noch ein Eis. Und bereute diesen Besuch gar nicht. Die wahre Geschichte eines Heimatlosen, der dank einer Katze wieder zurück ins Leben kam, war sehr bewegend und inspirierend. Manchmal braucht man halt richtige Samtpfoten, um mit dem Leben wieder klar zu kommen.

 

 

Am nächsten Tag musste ich mein Hostel wechseln. Da merkte ich, dass ich auch den Bus nehmen musste, um zu meinem Hostel zu gelangen! Na klasse! Ich hätte beim Buchen besser durchlesen sollen. Aber das machte ja auch nichts, ich konnte dafür mehr von der Gegend sehen. Das Hostel, das ich gebucht hatte, befand sich in «Mosgiel», also so etwa 15 – 20 min mit dem Bus. Zum Glück hatte ich mein Handy mit dem maps.me, das mir zeigte, wo ich entlang musste. Trotzdem musste ich suchen. Und manchmal haben die Dummen Glück! Ich traf noch einen Einheimischen, der mir sagen konnte, dass ich mich auf dem richtigen Weg befand. Auch sagte er mir, dass es ein tolles Hostel ist und es ein ehemaliges Kloster. In dem Moment, als ich das hörte, waren meine Gedanken wie: „Was? Wie bitte? WAS genau habe ich gebucht???“

Und tatsächlich:

Mein neues Hostel war in Wirklichkeit ein ehemaliges Kloster! Oder etwas Ähnliches. Dazu war es ein B&B, also ein Bett mit Frühstückbuffet. Klasse!

Ich bin aber atheistisch und mit Christentum ein bisschen sehr auf Kriegsfuss (halleluja!). Besser hätte es mich nicht treffen können mit einem ehemaligen Kloster! Aber die Umgebung war eigentlich ganz nett. Die Mitarbeiter waren wie immer sehr freundlich und unterhielten sich auch gerne. Nur die Bibel störte mich ein bisschen im Bücherregal, die war mir unheimlich. Auch schien sie mich, in meinen Augen, mit ihren Unwahrheiten (für mich) zu erdrücken. Da verbannte ich sie in den Schrank, den ich sowieso nicht benutzen würde. Oder ich wollte es zumindest, also verbannte ich sie nur geistig in den Schrank. Die Bibel bleib an ihrem Platz, aber der war für mich, im Inneren, im Schrank. So lockerte sich die Atmosphäre in meinem Zimmer und ich fühlte mich besser. Falls sich jemand deswegen beleidigt fühlt, tut mir das Leid, aber es waren einfach meine Gefühle.

Anschliessend nahm ich dann den Bus zurück nach Dunedin. Von dort ging ich nochmals in den Süssigkeiten Laden, holte mir mein Irn Bru und etwas zu Essen, lief in der Stadt herum und kaufte mir noch ein paar kleine Souvenirs. Zu meiner Überraschung sah ich auch viele Leute mit einem grünen Hut, oder grün und schwarz bekleidet! Und bald wusste ich, warum sie so gekleidet waren: Heute war St. Patrick’s Day! So traf ich auch auf eine Gruppe von Einheimischen, die vor einem Restaurant sassen und redeten. Ich ging zu ihnen und redete eine Weile mit der lustigen Gruppe, als plötzlich noch ein Journalist auftauchte. Er wollte von uns unbedingt ein Foto machen. So bekam ich noch einen lustigen Hut von der Gruppe ausgeliehen, aber nur für das Foto. Ehrlich gesagt, weiss ich bis heute nicht, ob das Foto wirklich in der Zeitung gedruckt wurde oder nicht. Aber lustig war es schon.

 

Nachdem ich mich noch eine Weile in der Stadt umgesehen habe, kehrte ich zu meinem Hostel zurück. Mosgiel ist wirklich ein netter Ort, aber es befand sich nicht wirklich auf meiner Reiseliste befand, also werde ich ihn mir bei meinem nächsten Besuch ansehen. Aber wie merkte ich mir, an welcher Haltestelle ich austeigen musste, um den Weg zum Hostel zu finden? Ihr habt vielleicht bei meinen früheren Einträgen gemerkt, dass ich mit der Orientierung Mühe habe.

Aber ganz einfach: Vor meiner Haltestelle hatte es einen Likörladen! So konnte ich es mir merken. Tja, gewusst wie.

 

Also, bis zum nächsten abenteuerlichen Beitrag!