Ostern Auf See (2. Tag Auf Dem Weg Nach Le Havre)

Am 15. April habe ich nicht so viel erlebt, weshalb sich ein eigener Eintrag nicht gelohnt hat. Ich habe nur gelernt, dass mein Lieblingskellner aus Sri Lanka kommt, da ich das erste Mal richtig mit ihm geredet habe. Am Ostersonntag sprach er am Frühstückstisch meine Schwester an, während wir alle Essen holen gingen und sie den Tisch bewachte. Er fragte sie, ob ich ihre Schwester sei und sagte, ich sei sehr hübsch. Ich strahlte natürlich, als meine Schwester mir das erzählte und wollte ihm noch mehr Aufmerksamkeit schenken.

Grösstenteils vergass ich, dass Ostern ist. Ich stand normal wie an jedem Ferientag auf und ging auf Deck 10 hinten zum Bella Donna Restaurant. Als vor dem Eingang viele Ostereier waren, dachte ich: «Genau, heute ist ja Ostern.» Ich ging ins Restaurant und sah überall Osternester und Schokohasen rumstehen. Ich fragte mich, ob ich die einfach so nehmen darf, aber getraute mich noch nicht. Während dem Frühstück sagte meine Mutter, ich sollte mir so viel wie möglich schnappen, das sei eine einmalige Chance. Also ging ich nach dem Essen durch das ganze Restaurant und packte mir einen Schokohasen und ein Säckchen und ein Körbchen ein.

Tagsüber hätte man 600 Ostereier auf dem ganzen Schiff suchen können und diese gegen Geschenke einlösen können. Ich sah aber keinen Sinn dahinter, da ich ja keine Schlüsselanhänger dafür erhielt, und liess die Freude den etwas jüngeren Gästen. Ich setzte mich einfach zu meiner Familie, die wieder spielte. Wir spielten das Kult-Radio-Spiel «ABC DRS3», das früher immer im Radio DRS 3 kam, welches nun lange SRF 3 heisst. Dort konnte ich sogar mitspielen, da immer einer die Fragen las und die anderen 3 Familienmitglieder als Team rieten. Es konnte somit keinen Verlierer geben. Das Spielen machte sehr Spass.

Als mein Vater und meine Schwester trainieren gingen, wollte ich eigentlich mitkommen, da es gut für die Gesundheit ist, aktiv zu werden. Leider stellte ich fest, dass ich keine Sportkleider dabei hatte und meine normalen Kleider mochte ich nicht vollschwitzen, weshalb ich es bleiben liess. Ich blieb mit meiner Mutter in der Aida Bar und las mein Privattagebuch auf meinem Tablet-PC auf Fehler durch.

Beim Abendessen redete ich nochmal mit meinem Lieblingskellner Weranga und kam irgendwie aufs Thema Schlüsselanhänger. Ich zeigte ihm meine Liebsten, zu denen auch der Neue aus Lissabon gehörte. Er war sehr erstaunt, dass ich schon 423 Schlüsselanhänger hätte. Auch die anderen Kellner staunten nicht schlecht. Als wir gehen wollten, fragte Weranga, ob ich am nächsten Tag wieder im Bella Donna Restaurant essen käme, was ich natürlich nicht abstritt. Bei diesem süssen freundlichen Typen und seinen super netten Kollegen musste ich da fast wieder hin!

Meine Ausbeute am Ostersonntag nach dem Frühstück.