Le Havre/Honfleur, Frankreich

 

Le Havre war das hässlichste Ziel der Reise, diese Industriestadt hatte nichts Schönes zu bieten. Doch das hatten wir bereits gewusst, denn 4 Jahre vorher waren wir mit Aida Luna auch schon dort und schon damals machten wir einen Ausflug. Damals waren wir nach Etretat gefahren, welches schöne Klippen zu bieten hatte. Diesmal beschlossen wir, mit Aida einen Ausflug nach Honfleur zu buchen. Eigentlich hatten wir ja ein Auto mieten wollen, aber da Ostermontag und somit Feiertag war, ging das schlecht. Doch mit dem Aida-Ausflug ging es auch ziemlich gut.

Wir standen eine Stunde früher auf als gewohnt und assen um 9 statt um 10 das Frühstück. Danach machten wir uns parat und trafen uns im Theater auf Deck 9. Dort hat uns eine nette Reiseführerin empfangen, die sehr gut gelaunt war. Sie erzählte uns, wie wir uns zu verhalten haben mit dem Ausflugsbus und wo wir hin müssen und dann verliess unsere Reisegruppe das Schiff. Wir wurden auf verschiedene Busse aufgeteilt und fuhren dann nach Honfleur.

Nach einer halben Stunde kamen wir dann an und hatten 3 Stunden Zeit auf eigene Faust. Wir gingen vom Parkplatz in die Stadt rein, da sah ich so ein Auto, welches eine sehr coole Autonummer trug. Es hatte eine 265 als Nummer, mein 265. Schlüsselanhänger ist mein absoluter Liebling meiner Sammlung. Beim Gebiet rechts stand noch die 27, meine Lieblingszahl im Kalender. Ich fand das so cool, dass ich es abfotografieren musste.

Das Wetter war eher mau. Es war bewölkt. Das machte die Laune etwas schlechter als sonst. Trotzdem war ich auf der Mission. Ich wollte meinen 424. Schlüsselanhänger kaufen. An der ersten Ecke sah ich bereits einen Souvenirshop. Doch ich fand nichts Besonderes. Nur einen kaputten «Riesenplastikballschlüssi», den ich zu meinem persönlichen Erzfeind erklärte.

Wir gingen in ein schönes kleines Strässchen, in dem wir einige Souvenirshops sahen. Im ersten Shop fand ich nur einen Schlüsselanhänger, 7/10-würdig, doch den kaufte sich meine Schwester. Ich hatte schon oft denselben Schlüsselanhänger gekauft wie sie und wollte mich mal umschauen, ob es doch noch Bessere gab. Im nächsten Shop sah meine Schwester noch einen, den sie toll fand, aber da sie sich nicht 100% sicher war, kaufte sie ihn nicht. Danach liefen wir an einem Karussell vorbei zu einem anderen Souvenirshop, der eine ganze Wand voll Schlüsselanhänger bot. Ich guckte mich genau um, um eine sinnvolle Entscheidung zu treffen, doch nach gefühlten 5 Sekunden, die scheinbar mehr Zeit waren, platzte mein Vater in den Shop und sagte, ich solle mir sofort einen Anhänger aussuchen, da er weiter gehen will. Ich wirkte gestresst und nahm einfach den Erstbesten, mit einem Bild von Honfleur im Winter, der robust wirkte, aber nicht so eine tolle Form zeigte. Nachdem ich ihn bezahlte, sah ich allerdings, dass es so einen coolen Anhänger gegeben hätte mit einer Frankreich-Form und dem Wappen von Honfleur drin. Das ärgerte mich sehr. Doch dachte ich, ich könne den nicht auch noch kaufen, da ich sonst schon 8 Anhänger von der Reise hätte und in London und Amsterdam auch noch Ausschau halten wollte. Ich ging also wieder aus dem Shop und wir gingen weiter.

Wir gingen durch die Strassen Honfleurs und fanden zwei Kathedralen. Die eine wirkte sehr düster und kalt beim Betreten, doch hatte einen sehr interessanten Baustil. Die zweite war einfach nur ein Hexenhaus, welches mich bis heute verfolgt. Kaum war ich 2 Sekunden drin, kamen mir die Tränen, so beängstigend fand ich das. Es war ein gerader Weg nach vorne und alles war rabenschwarz gefärbt. Es ist das hässlichste Bild für mich von der gesamten Ferienreise wenn nicht sogar vom gesamten Jahr 2017 bis dahin.

Beim Stadttrip beschloss ich, dass ich diesen Schlüsselanhänger mit der Frankreich-Form doch haben will, da sich mein Herz dafür entschieden hat und ich immer gerne auf mein Herz hörte. Ich sagte das also meinen Eltern und dann ging ich den Shop aufsuchen. Ich freute mich über die Entscheidung, den coolen Schlüsselanhänger doch noch gekauft zu haben, doch ärgerte es mich, dass er nun der 425. Anhänger war und der 424ste dieser nicht so schöne mit dem Foto von Honfleur. Meine Schwester entschied sich dann doch noch, den Anhänger aus dem zweiten Shop zu kaufen, so dass ich sie dorthin begleitete, da ich mich schon ziemlich gut orientieren konnte.

Wir gönnten uns in der Stadt noch Eis, wovon ich wieder mal Schokolade und Nusscreme nahm, wie an den meisten anderen Orten auch. Danach wurden meine Schwester und ich noch mit Crêpes verwöhnt und kurz bevor wir wieder zu unserem Ausflugsbus gelaufen sind, gönnte sich mein Vater noch ein Kebab und bestellte meiner Schwester und mir auch noch eins, welches wir uns teilen konnten. Der salzige Geschmack nach dem süssen Crêpe war ein echter Genuss.

Im Bus nach Le Havre zurück überlegte ich an meinem 424. Schlüsselanhänger mit dem Honfleur-Bild und dachte, ich könnte den meiner Mutter schenken. Ich fühlte mich nicht wohl, schon 8 Anhänger der Reise zu haben und ich wollte, dass der Frankreich-Anhänger meine 424 ist. Ich beschloss somit fest, dass ich meinen ersten Anhänger, den ich aus Zeitdruck gekauft hatte, nicht in die Sammlung aufnehmen, sondern verschenken werde, und kürte den mit der Frankreich-Form und dem Honfleur-Wappen zu meinem 424. Schlüsselanhänger. Das liess mich dann noch 3 Slots für London und Amsterdam haben, damit es dann genau 10 Andenkens-Anhänger von der Reise sind.

Auf dem Schiff sagte ich meiner Mutter, dass ich den Anhänger nicht möchte, da ich den unter Zeitdruck gekauft hatte und sie sagte, sie fände ihn sehr schön und robust. Ihren alten Schlüsselanhänger vom Autoschlüssel aus Tunesien hatte sie eh verloren, deshalb konnte der nun ihren Autoschlüssel zieren. Meine Mutter nahm den zu sich und sagte, ich sei so gemein, dass ich den Anhänger «mobben» würde. Ich freute mich, dass sie mehr Freude an dem zeigen konnte als ich jemals, mein Frankreich-Anhänger meine 424 wurde und dass ich in London und Amsterdam noch insgesamt 3 Anhänger finden durfte.

Abends ging ich wieder mit meiner Mutter und meiner Schwester aufs Pooldeck auf Deck 14 Fotos machen. Ich konnte wieder ein paar coole Schnappschüsse mit der Sonne, dem Horizont und der Fensterscheibe machen. Danach gingen wir in die Aida-Bar und ich schrieb Tagebuch. Mein Vater bestellte einen leckeren Drink mit Maracuja und Blue Curaçao Sirup und ich fand den so lecker, dass ich den auch bestellte und zu meinem Lieblingsdrink erklärte.

Nachts philosophierte ich mit meiner Schwester über die Kathedralen von Honfleur. Das war ein grosser Fehler, denn um 1 in der Nacht konnten wir beide nicht einschlafen. Ich erzählte ihr von meinen Ängsten, die sich in der Kirche aktivierten und sie erzählte von ihrer grössten Angst. Danach hatte sie ganz widerliche Gefühle von dieser Angst, weshalb ich das Licht an machte und sie beruhigte. Das half auch mir, die bösen Bilder der Kathedrale von Honfleur zu verdrängen. Meine Schwester machte schöne Musik an, die entspannend und beruhigend klang. Da war ich dann schon froh, störten sich unsere Eltern nicht daran, weil meine Schwester und ich alleine in der Kabine 6432 auf Deck 6 wohnten und unsere Eltern nebendran in der Kabine 6431 schon lange im Tiefschlaf waren.

Der Anhänger 265 Mein Allerliebster 27 ❤

Keine schönen Erinnerungen: Die erste Kathedrale ging allerdings noch. Sie hatte einen interessanten Baustil.

Abends spielte ich wieder mit viel Spass mit der Sonne, dem Horizont und der Reling.