Erster Seetag (Auf dem Weg nach Cádiz)

Morgens beschloss ich, meinen Hut aus Arrecife wieder anzuziehen, da ich die gerechnet «Strafe» für meinen Rechenfehler erlebte, indem ich mir meinen Finger in meiner Kabinentür schmerzhaft einklemmte. Ich konnte meine Hand dann nicht mehr richtig benutzen, so dass mein Vater mir das Frühstück an den Platz brachte. Wir frühstückten im Bella Donna Restaurant im Heck von Deck 10, wo uns ein lieber Kellner namens Nio begrüsste. Der war sehr sympathisch und grinste uns immer wieder an.

Nach dem Frühstück setzten wir uns als Familie in die gemütliche Aida-Bar, die als «Wohnzimmer» diente. Dort war es sehr gemütlich und der Boden hatte ein cooles Muster. Während meine Familienmitglieder spielten, schrieb ich von dem Verletzungs-Fail in mein Tagebuch. Danach hörte ich meiner Familie noch zu, wie sie ein witziges Spiel namens «Stadt Land Tod» spielten. Dort mussten sie mit jedem Buchstaben einen Täter, Opfer, Tatmotiv, etc. aufschreiben. Am Lustigsten war der Buchstabe D, wo ein Direktor von einem Dinosaurier in einer Dunkelkammer mit einem Dolch aus Dankbarkeit umgebracht wurde und der Dinosaurier dann auf einem Dromedar flüchtete. Da mussten wir alle sehr lachen.

Um 17:30 Uhr war das sogenannte Aida-Clubtreffen. Dort durften alle hin, die die Clubstufe «Gelb» hatten. Meine Eltern hatten diese Clubstufe, da es ja auch schon unsere elfte Reise war, und nahmen uns Kinder als Begleitpersonen mit. Ich zog mir also ein schönes leichtes Hemd an und hing meinen 409. Schlüsselanhänger in meinen Ausschnitt, der aussah wie das passende Schmuckstück. Das Clubtreffen fand auf Deck 12 statt und das ist eigentlich für mich der Hauptgrund, wieso ich an diese Veranstaltung in dieses Schlammassel bin. Denn auf Deck 12 erhielt ich wieder meine Glücksgefühle, da diese Zahl sehr positiv auf mich wirkt. Ich wurde gefragt, ob ich alt genug sei, um einen Sekt zu trinken, da die mir sonst wieder Orangensaft gegeben hätte. Ich sehe ja immer etwas jünger aus als ich bin und manchmal nervt das einfach! Meine Mutter sagte ihnen, ich dürfe bereits Sekt trinken, aber meine jüngere Schwester, die älter aussieht als ich, noch nicht… Wir stellten uns an einen Tisch in der Anytime Bar und stiessen an. Dann kamen teilweise Leute der Aida-Crew und redeten mit den Gästen, während andere Kellner uns Häppchen verteilten. Doch leider hatten die Häppchen «grümschelige» Brote, also Brote mit Nusssplittern drinnen. Deshalb ass ich keines davon. Ich stand einfach am Tisch und trank meinen Sekt aus. Zweimal kam auch bei uns schnell ein Crewmitglied vorbei.

Abends setzten wir uns in die Aida-Lounge, die vor der Aida-Bar am Bug von Deck 10 ist. Dort sollte es meistens ruhig sein, wenn keine lauten Teenies vor einem sitzen. Meine Familienmitglieder spielten wieder Spiele, während ich Tagebuch schrieb und zeichnete. Ich spielte nie mit, da ich nicht verlieren wollte. Denn wenn man verliert, hat man das Ziel nicht erreicht und das ist frustrierend für mich.

Aida Bar, Aida Lounge, Bella Donna Restaurant