Ein bisschen Pech

Hallihallo, da ist Nathalie wieder!

 

Am 03. März ging es für mich weiter nach Greymouth! Zwar mit ziemlich gemischten Gefühlen. Erstens, ich habe mit anderen Reisenden gesprochen, und die sagten mir, dass Greymouth kaum was zu bieten hat. Zweitens, ich verbrachte drei Tage dort. Hätte ich gewusst, was mich dort erwartete, wäre ich vermutlich nur einen Tag dortgeblieben. Aber so war es halt. Manchmal ist es besser, man kann nicht in die Zukunft schauen.

So nahm ich den Intercity schon an frühen Morgen und fuhr los. Das Land sowie das Wetter zeigte sich von der schönsten Seite. Herbst machte sich nämlich langsam spürbar mit einem kühlen Morgen. Ja, im Neuseeland hatte der Herbst seinen Einzug, während die Leute in der Schweiz den Frühling geniessen konnten. Was ich bald merken sollte.

Als wir Greymouth näherkamen, fing es an zu regnen. Nur sehr sanft, aber es regnete. Und als wir in Greymouth ankamen, war es sehr, sehr grau. Es war wirklich etwas depressiv.

 

 

Greymouth selbst hatte wirklich nicht viel zu bieten, was ein bisschen enttäuschend war, trotzdem liess ich mich nicht runterkriegen. Dafür war mein Hostel grossartig und die Leute dort sehr nett. Es hatte sogar einen Hund! Denn kraulte ich gerne und er hielt brav hin. Im Wohnzimmer hatte es auch einen Bücherschrank, wo man ungewollte Leselektüre loswerden konnte. Auch das neueste Harry Potter-Buch war dort, Harry Potter und das verwunschene Kind.

Okay, ich bin kein grosser Fan von Harry Potter, besonders mag ich die Hauptperson selbst nicht. Zu perfekt, zu arrogant und zu selbstverliebt. Dazu verurteilt er die Leute sofort und das auch, aufgrund von dem was er von ihnen gehört hatte, anstatt sich selbst ein Bild zu machen. Vielleicht mochte ich ihn nicht, da das letzte Problem auch ein bisschen das Meinige war. Mir doch egal, ich mag ihn trotz allem nicht. Ich bevorzuge Draco Malfoy, weil dieser eben nicht so perfekt war, sondern ein Mobber. Aber hätte man ihn eine Chance gelassen, ich bin mir sicher, wäre er ein netter Typ gewesen. Trotzdem nahm ich das Buch heraus und las ein bisschen drin. Die ersten fünf Seiten fehlten aber zu meiner Überraschung. Aber auch egal. Lustig fand ich, wie Harry Potter als schlechter Vater dargestellt wurde und Draco Malfoy als ein besserer.

Schliesslich verliess ich mein Hostel, um mich in Greymouth noch ein bisschen umzusehen. Greymouth war nicht so speziell, es war zwar am Meer, doch herrschte nicht gerade das beste Badewetter. So beschloss ich, einkaufen zu gehen, damit ich zum Frühstück noch etwas zum Essen hatte. Ich besuchte noch einen Souvenirshop, um mir einen Fingerhut zu besorgen, doch dann ging ich zurück ins Hostel um zu schlafen.

 

Am nächsten Tag beschloss ich, ins Museum zu gehen. Da es eher ein kleines war, das dachte ich, nahm ich mir am Morgen ein bisschen mehr Zeit zum Erholen. Schliesslich brach ich auf und lief erst mal los. Glücklicherweise hatte ich noch eine Stadtkarte bekommen. Nur besser lesen sollte ich sie, ich lief nämlich beim Museum vorbei!

So ging ich zurück und stand doch glatt vor verschlossenen Türe! Das Museum war wegen «nicht erbebensicher» vorübergehend geschlossen! Keine Chance! So lief ich halt noch in der Stadt rum und sah mich um.

Historisch gesehen, hatte Greymouth viel zu bieten. Doch mit dem geschlossenen Museum eher wenig. So lief ich an einer kleinen Strasse, in der Nähe des Strands entlang. Ich sah ein paar historische Gebäude, aber auch kleine Tafeln, die die Geschichte Greymouths erzählten. Wusstet ihr, dass Greymouth als einen der schwierigsten Häfen der Welt galt, als die Menschen noch mit Segelschiffen unterwegs waren?

Der Grund war, dass man nicht nur den Fluss hinauffahren musste, sondern auch noch, wenn man den Hafen verliess, in einen Sturm geraten konnte! Vor allem, wenn man viel Pech hatte.

Auch wurde die Stadt am 10. März 2005 von einem Tornado, also eher Wasserhose, aufgesucht. Und nur fünf Jahre später, am 19. November 2010 geschah ein Grubenunglück, bei dem 29 Leute starben. Es gab auch eine Statue zu diesem Grubenunglück.

 

 

Als es gegen den späten Nachmittag wieder zu regnen anfing, suchte ich ein Café auf. Ich bestellte mir eine heisse Schokolade und setzte mich, als ich einen Zettel auf meinem Tisch bemerkte. Es war das Kinoprogramm von Greymouth. Beim Kino bin ich vorbeigelaufen, als ich auf der Suche nach dem Museum war. Was mich besonders interessierte, war, dass sie auch noch Moana (deutsche Version: Vaiana) spielten. So beschloss ich, diese Kinovorführung zu besuchen, da ich mir sowieso vorgenommen hatte, ein Kino in Neuseeland zu besuchen.

Am nächsten Tag beeilte ich mich, um zum Kino zu kommen. Der Film startete um 13.00 Uhr, doch ich hatte wieder Pech! Wegen dem Sonntag war die Vorführung ausverkauft!

So sah ich mich halt gezwungenermassen in der Stadt um. Ich besuchte die Läden und ging wieder spazieren. Nahe beim Kino hatte es auch einen kleinen Skate-Park, den man gut beobachten konnte. Ich beobachtete die Skater ein bisschen. Schliesslich beschloss ich, meine Sachen packen zu gehen, da es ja morgen weiter ging nach Franz Joseph. Nachdem das gemacht war, las ich wieder ein bisschen und ging ins Bett.

 

Bis zum nächsten Mal!