Dover/London, Grossbritannien

Nachdem ich leider sehr schlecht geschlafen hatte, musste ich bereits um 7 Uhr aufstehen, da wir um 8 frühstücken wollten. Unser Schiff lag nämlich in Dover und die Reise nach London dauerte noch eine gewisse Zeit. Wir trafen uns um 8 Uhr zum Frühstück, um das Schiff dann gegen 9 Uhr zu verlassen.

Ich war bereits das zweite Mal in London, denn vier Jahre vorher war ich auch schon durch eine Kreuzfahrt dort. Da ich damals die Stadt eindrücklich gefunden hatte, wollte ich auf dieser Reise unbedingt nochmal hin. Meine Schwester wollte auch nochmal nach London gehen. Meine Eltern hätten erst in Le Havre nach Paris wollen, dafür in Dover bleiben, doch meine Schwester und ich hatten uns durchsetzen können.

Die Reise nach London buchten wir allerdings nicht mit AIDA, denn das wäre für 4 Personen zu teuer gewesen. Wir gingen um 9 von Bord, nahmen ein Taxi und liessen uns zum Bahnhof von Dover chauffieren. Ich bin ja kein Taxi-Fan, da ich mich in einem fremden Auto irgendwie unwohl fühle. Aber der Typ machte seinen Job gut, wir kamen am Bahnhof in Dover an. Dort ärgerte ich mich allerdings etwas, denn mir war kalt und ich hatte am Vorabend blöd meine kaum benutzte Faserjacke verlegt…

9:18 Uhr war es, als wir die Tickets lösten. Die Frau am Schalter fragte, wie alt meine Schwester und ich seien. Meine Eltern mussten ihnen erklären, dass ich bereits erwachsen bin und sie nicht. Das konnte diese Frau kaum glauben. Trotzdem bekamen wir dann die entsprechenden Tickets. Ich bekam eine «Day Travelcard» mit orange-weissem Design mit der Ticketnummer 20863. Meine Eltern hatten 20862 und 20861 und meine Schwester bekam eine Junior-Karte mit der Nummer 20864. Ich guckte die Karte gut an, da ich das Design cool fand, allerdings überliess ich sie dann meiner Mutter, da sie auf alle Tickets aufpasste, und sagte immer, meines sei das mit der 63.

Ich verstand das Bahnnetz mit den Gleisen gut. Unser Schnellzug nach London fuhr um 9:49, so gingen wir zum richtigen Gleis, wo ich den Zug schon angeschrieben sah. Meine Eltern fühlten sich etwas unsicher, doch da Bahnhöfe logisch sind, fühlte ich mich super wohl, obwohl ich zum ersten Mal dort war. Vor vier Jahren waren wir nämlich in einem Aida-Bus dorthin gereist.

Es war 10:55, als wir dann endlich in London ankamen. Dort gingen wir auf die U-Bahn und fuhren zum «Kings Cross». Als wir dort hoch kamen, stand vor uns ein riesiger Souvenir-Shop mit grossen Beschriftungen, wo «up to 75%» drauf stand. Da ich die 75 sehr mag, fotografierte ich sie ab. Danach gingen wir natürlich in den Shop rein, wo ich so viele Schlüsselanhänger sah, dass ich einige Zeit brauchte, bis ich mir einen aussuchen konnte. Ich entschied mich für einen metallenen robusten, wie immer, mit Sehenswürdigkeiten und einer Grossbritannien-Flagge im Hintergrund. Er wurde meine Nummer 425, denn da ich ja den ersten Schlüsselanhänger aus Honfleur gestrichen hatte, hatte mein Frankreich-Anhänger von dort die 424 und der erbte nun die 425.

Ich wollte noch einen anderen stylischen London-Schlüsselanhänger finden, den ich im Internet bereits gesehen hatte, doch den hatten sie in dem Shop nicht. Ich suchte noch andere Souvenir-Läden nach dem ab, wurde aber nicht fündig. Meine Mutter wollte noch unbedingt in den «M&Ms»-Shop und somit gingen wir dort noch gucken. Erst dachte ich ja, der sei öde und langweilig, da sie nur diese M&Ms verkaufen würden, doch wurde ich überrascht. Sie hatten sehr viele Artikel mit M&Ms drauf, kunterbunt durchmischt und total kreativ! Es waren 4 Stockwerke und in einem fand ich sogar eine Wand mit Schlüsselanhängern! Ich dachte, das sei ja total irre und guckte die an. Einer war ziemlich robust aus Metall und sah aus wie ein riesiger brauner Knopf mit 4 so Drehdingern drin, die die Farben Blau, Grün, Rot und Gelb trugen. Auf den Drehdingern waren kleine M&M-Figuren drauf. Ich fand den so stylisch, dass ich den kaufen wollte, und als 9. Schlüsselanhänger der Kreuzfahrt (Nummer 426) in die Sammlung aufnehmen muss. Somit stand fest, dass ich am Folgetag in Amsterdam nur noch einen Schlüsselanhänger kaufen kann, da es sonst mehr als 10 sind.

Anschliessend musste ich also nicht mehr in Shops gehen. Ich hatte meine 9 Schlüsselanhänger der Reise und durfte somit in Amsterdam nur noch einen kaufen, so konnte ich in London nicht mehr nach dem Wunsch aus dem Internet weitersuchen. Wir guckten noch ein paar Kirchen an und gingen durch einen schönen Park. Kurz darauf gingen wir dann auch wieder zurück zur U-Bahn, die uns zum Bahnhof führte. Dort erzählte mir meine Schwester noch die Bedeutung des richtigen Vornamen meines Lieblings-Schlüsselanhängers, was meinen Tag noch schöner machte. Ich hatte mich vorher ein ganzes Jahr lang gefragt, was sein Name bedeutet, weil meine Eltern irgendwie so komisch gelacht hatten, als sie ihn hörten. Ich hatte da wohl zu viel interpretiert, denn der Name hat eine passende Bedeutung für meinen Schlüsselanhänger. Das hat mich sehr gefreut.

15:37 Uhr fuhr dann der Zug nach Dover ab, so kamen wir gegen halb fünf wieder aufs Schiff zurück.

Ich sah die schöne 75 noch bevor ich schnallte, dass dahinter ein riesiger Souvenirshop steckt.

In diesem 4 Stockwerke grossen M&Ms-Laden gab es einfach alles im M&Ms-Style!

Im Bahnhofsgebäude links erfuhr ich nach einem Jahr Unwissen die Bedeutung eines für mich wichtigen Namens.