Der Abel-Tasman-Nationalpark

Hallo ihr Treuen!

 

Heute startete der Tag irgendwie nicht ganz so toll. Ich kam zwar ohne Mühe aus den Federn, aber als ich draussen stand und auf den Shuttle wartete, bemerkte ich, dass mein Gutschein fehlte. So ein Mist! Und zu jeder Sekunde konnte der Shuttle kommen!

Scheibenkleister!

Dazu war die Türe ins YHA noch verschlossen, das hiess, ich brauchte den Türcode und ich konnte den nicht finden. Mist, mist, verdammter Mist! Es musste halt ohne den Gutschein klappen, vielleicht musste ich auch die ganze Rechnung bezahlen. Nun ja, es könnte ja noch SCHLIMMER kommen.

Der Shuttle kam sogar mit etwa 5-10 Minuten Verspätung! Na klasse! Hätte ja genug Zeit gehabt, kurz ins Zimmer zu hetzen und nach dem Gutschein zu suchen. Aber man kann es ja nicht rückgängig machen. Und ich war mir ganz sicher, dass ich meine Tasche vorbereitet und den Gutschein eingepackt hatte. Nächstes Mal immer zuerst alles kontrollieren, auch eine gute Lektion.

 

So stieg ich in den Shuttle und erklärte mein Fahrer mein Problem. Dieser meinte, dass ginge schon ohne den Gutschein. Unsere Fahrt dauerte eine ganze Weile, bevor wir endlich an unser Ziel ankamen. Eine kleine Stadt und das Zentrum für die Abel-Tasman-Nationalparkreisenden. Ich musste zu dem Reiseveranstalter, um dort meine Tickets abzuholen. Es waren kleine Häuschen, nicht ein wirkliches Büro. Am Schalter erklärte ich mein kleines Missgeschick, aber sie meinten, dass ginge auch so. So bekam ich ein Ticket, aber konnte meine Rechnung noch nicht begleichen, sondern sollte das Schiff so schnellstmöglich besteigen.

 

Das Schiff war rappelvoll! Aber trotzdem hatte ich einen Sitzplatz und konnte aus dem Fenster schauen. Und diese Aussicht war es auch wert! Man konnte nicht nur das Meer sehen, sondern auch der Nationalpark, da dieser am Meer liegt. Lustig fand ich einen Felsen, der in der Mitte gespalten war. Es gab auch eine maorische Legende dazu, aber leider habe ich die vergessen, sorry!

Was mich aber auch überraschte, war nämlich, dass das Schiff auch für eine Schulklasse noch ihre Taschen weitertransportierte. In meiner Schulzeit gab es so etwas nicht, da schleppte man noch seine Taschen selbst. Half auch ziemlich beim Packen. 😉 Auch tierisch gab es etwas zu sehen: Ich sah nämlich nicht nur Möwen, sondern auch Neuseeländische Seebären! Auf Englisch heissen sie «Fur seals» und sind ganz niedliche Tiere. Doch haltet trotzdem Abstand vor denen, die sind recht schwer (ein Männchen ist 180 kg schwer!) und können auch aggressiv werden, wenn sie sich bedroht fühlen.

 

 

Schliesslich hielt das Schiff wieder an und liess die ersten Leute aussteigen. Bei der zweiten oder dritten Haltestelle mussten die Besucher auch noch durch tiefes Wasser waten. Na, dann viel Spass beim Hosen trocknen! Das Wasser war nämlich ziemlich tief, reichte bei ein paar Leuten fast bis zur Hüfte! Es gab auch noch zwei Gruppen, die Kajaken gingen. Bei meiner Haltestelle musste ich noch NICHT aussteigen, da ich zuerst ganz zur Spitze fuhr und dann wieder zurück. Ich hatte beim Einchecken eine Karte, eine Landkarte der Umgebung und ein Ticket bekommen, welches mir genau sagte, an welcher Haltestelle zu welcher Uhrzeit ich aussteigen musste. Stieg ich zu früh raus, hätte ich lange aufs Schiff warten müsste und mir wäre auch noch eine wunderschöne Aussicht abgekommen, was wirklich schade gewesen wäre. So blieb ich sitzen, während sich das Schiff immer wie mehr leerte. Ein bisschen komisch kam ich mir schon vor und vor allem auch ein bisschen faul. Ich hätte ja laufen können!

 

Bald kehrte das Schiff wieder um und hielt dann endlich an meiner Haltestelle an. Ich stieg vom Boot runter und lief dann fröhlich mal los. Ich wusste, ich musste zu einer bestimmten Zeit zu einer bestimmten Bucht sein, sonst verpasse ich das Boot zurück zum Strand und somit auch den Bus für zurück in die Stadt. Trotz des Zeitdrucks liess ich es mir nicht nehmen, doch noch ein paar Fotos zu machen und hielt immer wieder an schönen Stellen an. Diese Wanderung machte ich ganz alleine, was nicht unbedingt schlecht war. So konnte ich mein Tempo und meine Pausen selbst bestimmen. Und das Beste war: es gab kaum Treppen! Dafür ging es mal auf und dann wieder bergab. Was für ziemliche Abwechslung sorgte. Besonders für meine Beinmuskulatur.

 

 

Schliesslich erreichte ich eine spezielle Bucht, bei den schon andere Leute warteten. Ihr fragt euch bestimmt, was so besonders daran war. Das ist schnell erklärt:

Man konnte einen langen Weg um die Bucht herum nehmen, oder man watet durch sie hindurch. Ja, man kann geradeaus weitergehen, da bei Ebbe das Wasser ja zurückfliesst, und einen feuchten Sandweg hinterlässt. Wegen des Zeitdruckes ging ich den langen Weg. Ich erfreute mich an einem wunderschönen, aber auch ermüdenden Pfad und war sogar eine der ersten, die die verabredete Stelle erreichte! Also setzte ich mich und ass mein Dessert, nämlich Erdbeeren.

Nach einiger Zeit kamen immer wie mehr Leute, ja sogar die Gruppe der Kajaker kamen an. Ich half ihnen mit den Schiffen und bot ihnen meine Erdbeeren an. Bald schon folgte die zweite Kajaker-Gruppe und auch ihnen bot ich meine Erdbeeren an. Ein paar nahmen mit Freude, ein paar lehnten ab. Schliesslich holte uns das Schiff ab und brachte zum Strand zurück. Dort konnte ich schliesslich meine Rechnung begleichen und nahm den Bus zurück nach Nelson. In Nelson selbst packte ich meine letzten Sachen zusammen, holte mir noch ein Frozen Yogurt und ging schlafen.

 

Wir sehen uns beim nächsten Mal!